ABACUS-Studie


ABACUS-Studie zum Einsatz von Bolusrechnern

Damit sich Menschen mit Diabetes die notwendige Menge an Insulins spritzen können, müssen sie vor dem Essen die Kohlenhydrate ihrer Mahlzeiten richtig schätzen, Korrektur- und Kohlenhydratfaktor, Blutzuckerzielwert und gemessenen Blutzuckerwert im Blick behalten und aus all diesen Informationen den richtigen Bolus (notwendige Insulinmenge) ermitteln. Bei der Berechnung können Blutzuckermessgeräte mit integriertem Bolusrechner unterstützen, die anhand individuell einstellbarer Parameter einen zuverlässigen Bolusvorschlag abgeben können. Der Einsatz eines Bolusrechners verbessert die Kontrolle über den Blutzucker und erhöht die Therapiezufriedenheit, ohne dass vermehrt Unterzuckerungen auftreten. Dies wird durch Daten der ABACUS-Studie1 (The Automated Bolus Advisor Control and Usability Study) belegt.

In der ABACUS1-Studie wurden über einen Zeitraum von 6 Monaten die Blutzuckerdaten von 218 schlecht eingestellten Patienten mit Typ 1 und Typ 2-Diabetes (mittlerer HbA1c-Wert 8,9%) erfasst. 193 dieser Teilnehmer beendeten die Studie. Etwa die Hälfte davon (100), die Versuchsgruppe, verwendete das Accu-Chek® Aviva Expert System von Roche Diabetes Care, ein Blutzuckermessgerät mit integriertem Bolusrechner. Die restlichen Teilnehmer (93) bildeten die Kontrollgruppe. Diese errechneten ihre Insulindosis manuell und nutzten ein Blutzuckermessgerät ohne integrierten Bolusrechner.

Ziel der ABACUS1-Studie war es, den HbA1c-Wert durch strukturierte Messung und korrekte Bolusberechnung um mehr als 0,5 Prozentpunkte zu senken. Signifikant mehr Teilnehmer, die Accu-Chek® Aviva Expert nutzten, konnten im Vergleich zur Kontrollgruppe dieses Ziel erreichen (56,0% vs. 34,4%). Beson-ders deutlich war die Differenz bei jüngeren Menschen zwischen 18 und 30 Jahren: hier erreichten 53 Prozent der Nutzer des Bolusrechners, aber nur 15 Prozent der Kontrollgruppe das HbA1c-Ziel. Die besseren Werte waren nicht mit mehr Unterzuckerungen verbunden: Blutzuckerschwankungen waren bei den Nutzern des Bolusrechners weniger ausgeprägt und auch schwere Hypoglykämien (unter 50 mg/dl) haben nicht zugenommen.

Neben dem HbA1c-Wert standen psychosoziale Einflussfaktoren im Fokus des Interesses: Die Auswertung des Fragebogens (Diabetes Treatment Satisfaction Questionnaire) ergab, dass sich die Therapiezufriedenheit der Versuchsgruppe signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöhte.

Es ist weiter zu erwähnen, dass sich die Benutzung des Accu-Chek® Aviva Expert Systems den Patienten als anwenderfreundlich offenbarte. Sie verwendeten regelmäßig den Bolusrechner und änderten nur selten die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen. Daraus lässt sich schließen, dass die Patienten dem Bolusrechner in hohem Maße vertrauten.
Der HbA1c-Wert verbesserte sich im Laufe der Studie kontinuierlich, während die Häufigkeit der Benutzung des Bolusrechners etwas abnahm. Diese Beobachtung legt die Vermutung nahe, dass die Patienten dem Bolusrechner nicht nur vertrauten, sondern potenziell die Selbstbefähigung der Patienten durch die Nutzung des Bolusrechners über die Zeit anstieg, z.B. durch einen Lerneffekt bzgl. der Wechselwirkung von Insulin und Nahrungsaufnahme.

Die manuelle Bolusberechnung ist eine tägliche Herausforderung für viele Menschen mit Diabetes, da sie zeitaufwendig ist und viele Fehlerquellen bergen kann. Das Blutzuckermesssystem mit einem integrierten Bolusrechner berücksichtigt die noch wirksame Insulinmenge im Körper und speichert die für die Berechnung wichtigen variablen Faktoren. So sind bei vielen Menschen die Parameter für Korrektur und Kohlenhydrate im Tagesverlauf unterschiedlich. Auch die Blutzuckerzielwerte können beispielsweise nachts höher sein als am Tag. Besondere Ereignisse wie Sport oder Krankheit sollten bei der Berechnung ebenfalls berücksichtigt werden. Sind diese Daten im Gerät hinterlegt, kann die Bolusberechnung schneller und einfacher erfolgen: aktuellen Blutzucker messen, zu verzehrende Kohlenhydrate eingeben und den automatisch berechneten Bolusvorschlag ablesen. So können Patienten zuverlässig bei der Berechnung unterstützt werden und erhalten zusätzliche Sicherheit bei der Durchführung des Diabetes-Selbstmanagements.

1 Ziegler, R., et al. (2013). Use of an Insulin Bolus Advisor Im-proves Glycemic Control in Multiple Daily Insulin Injection (MDI) Therapy Patients With Suboptimal Glycemic Control. Diabetes Care 36:3613-3619

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