Diabetes Dialog Ausgabe 01/2018


Vom digitalen Behandlungsstandard zu einer neuen Versorgungsrealität – wird Ergebnisqualität in den Fokus rücken?

> PDM ProValue als neuer Impuls zur Weiterentwicklung der Diabetesversorgung
> #Morgen setzt Ergebnisqualität als entscheidenden Faktor in den Mittelpunkt

Während zu Beginn der neuen Legislatur gerade die gesundheitspolitischen Leitlinien für die nächsten Jahre erörtert werden, hat sich auch das von Roche Diabetes Care initiierte Expertenforum #Morgen Ende Januar bereits zum dritten Mal zusammengefunden, um gemeinsam Zukunftsperspektiven für die Diabetesversorgung zu erarbeiten. Experten aus der Diabetologie, der Diabetesberatung, von Krankenkassen, aus der Industrie und Politik sowie aus dem Themenfeld Datenschutz kamen in Berlin zusammen, um sich branchenübergreifend und multiperspektivisch dem Thema: „Vom digitalen Behandlungsstandard zu einer neuen Versorgungsrealität – wird Ergebnisqualität in den Fokus rücken?“ zu widmen. Dabei waren die ersten Ergebnisse des aktuell vorgestellten PDM ProValue Studienprogrammes Ausgangspunkt für eine Diskussion zu digitalen Behandlungsstandards und einer Annäherung an den Themenbereich Ergebnisqualität.


PDM ProValue als neuer Impuls zur Weiterentwicklung der Diabetesversorgung

Im PDM ProValue Studienprogramm wurde erstmals die Wirksamkeit eines integrierten Personalisierten Diabetesmanagements (iPDM) unter Zuhilfenahme digitaler Systeme unter RCT-Bedingungen nachgewiesen. Die Ergebnisse zeigen, dass strukturierte Prozesse in Verbindung mit digitalen Tools signifikant zur Verbesserung der Therapieergebnisse bei insulinbehandelten Typ 2 Diabetikern beitragen. Durch den Einsatz einer Datenmanagement-Software – in diesem Fall Accu-Chek Smart Pix – werden die vom Patienten gemessenen Blutzuckerwerte strukturiert aufbereitet und einer systematischen Analyse unterzogen.

Dadurch entsteht eine neue Grundlage für die Behandlungsqualität in der Interaktion zwischen Arzt und Patient.

The iterative iPDM process

The iterative iPDM process starts with 1) an initial assessment of the patient status and a demand-oriented education/training. Subsequently, 2) blood glucose (BG) data are collected according to a structured, therapy adapted regimen, followed by 3) electronic documentation and 4) systematic data analysis. In step 5), current treatment is reviewed and adapted individually when indicated and finally 6) the treatment effectiveness is assessed at the patient’s next visit. The process is then run through again.

Hier hilft die Visualisierung der Blutzuckerverläufe ebenso wie die Möglichkeit, weniger auf Einzelereignisse zu schauen, also isolierte Blutzuckerwerte, als vielmehr zu einer Musterbetrachtung des Stoffwechselverlaufs sowie dem Gesamtbild des einzelnen Patienten zu gelangen. Sie ermöglicht auch die Identifikation von Wissenslücken bei den Patienten, so dass im Rahmen der Studie immer dann modular nachgeschult werden konnte, wenn bei der Visite Defizite vermerkt wurden.

Insgesamt wurde durch die intensivere Kommunikation zwischen Arzt und Patient die Behandlungs­zufriedenheit auf beiden Seiten gestärkt. Die gemeinsame Analyse und Bewertung sowie die einvernehmliche Zielvereinbarung zwischen Arzt und Patient verdeutlichen dabei die Bedeutung der Sprechenden Medizin.

HbA1c change from baseline CNL

HbA1c change from baseline CNL: Control, iPDM: integrated personalized diabetes management, LSM: least squares mean, CI: confidence interval

* Heinemann, L et al: Integrated personalized diabetes management (iPDM) in patients with insulin-treated T2DM: Results of the PDM-ProValue study program. Poster at the 11th International Conference on Advanced Technologies & Treatments for Diabetes, 14.-17-2-2018, Vienna, Austria, Poster No. ATTD8-0086


#Morgen setzt Ergebnisqualität als entscheidenden Faktor in den Mittelpunkt

Auf Grundlage der überzeugenden Studienergebnisse diskutierten die Teilnehmer von #Morgen über die notwendigen Konsequenzen für die Diabetesversorgung sowie auch für die Gesundheitsversorgung im Allgemeinen. Die Teilnehmer von #Morgen stimmten darin überein, dass hierbei über eine Weiterentwicklung von Behandlungsstandards nachgedacht werden muss. Die Experten waren sich einig, dass in der Diabetologie die Strukturen zwar gut definiert seien, die Prozesse hingegen nur zum Teil. Die Ergebnisqualität sei zudem auch im internationalen Kontext gesehen noch nicht überall im Detail beschrieben. Hier könnte die Digitalisierung zum Treiber werden, um tatsächlich die Ergebnisqualität in den Mittelpunkt zu rücken und digitale Behandlungsstandards zu beschreiben

Die Ergebnisse der ProValue-Studie werden nun in den kommenden Monaten im Detail allen Interessierten sowie relevanten Akteuren – auch international – vorgestellt, um so eine vertiefte Diskussion über die Ergebnisqualität in der Diabetesversorgung in Gang zu setzen. Womöglich kann die Diabetologie hierdurch sogar zum Treiber einer Weiterentwicklung des Gesundheitssystems werden, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung von Behandlungsprozessen zum Wohle des Patienten umsetzt.

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