Diabetes Dialog Ausgabe 02/2018


„Zukunftschance Digitalisierung – Neue Wege in der Diabetes-Prävention?“ – Rückblick auf das Parlamentarische Frühstück

> Diabetes-Prävention und -Versorgung gezielt weiterentwickeln
> Durch die Digitalisierung neue Versorgungsstrukturen und -abläufe ermöglichen
> Das Gesundheitssystem gemeinsam weiterentwickeln

Am 28. Juni 2018 lud Roche Diabetes Care Deutschland unter der Schirmherrschaft von Herrn Dietrich Monstadt, MdB, zum Parlamentarischen Frühstück. Die neue Bundesregierung hat ihre Arbeit aufgenommen und mit dem Koalitionsvertrag die gesundheitspolitischen Leitlinien für die nächsten Jahre skizziert. Passend hierzu bot das Parlamentarische Frühstück den Rahmen, um die Möglichkeiten, Stärken und Vorteile eines digitalen personalisierten Diabetes Managements und neue Optionen in der Diabetes-Prävention mit ausgewiesenen Fachexperten gemeinsam zu erörtern.


Diabetes-Prävention und -Versorgung gezielt weiterentwickeln

Gerade durch die Dimension als Volkskrankheit stellt der Diabetes immense Herausforderungen für unsere Gesellschaft und unser Gesundheitssystem dar. Diesen können digitale Prozesse im Gesundheitswesen wirksam begegnen. In der Diskussion wurde deutlich, dass Diabetologen, Fachgesellschaft, Patientenvertreter, Krankenkassen und beteiligte Unternehmen aktiv die digitale Transformation angehen müssen. Zugleich ist das Gesundheitssystem aber in einigen wichtigen Punkten auf Konzepte und Entscheidungen der Politik angewiesen.

Roche Diabetes Care Deutschland beschäftigt sich beispielsweise seit Jahren intensiv mit den Möglichkeiten, die mit der Digitalisierung einhergehen. Durch aktuelle Projekte und Studien, wie dem Accu-Chek View Projekt oder dem PDM-ProValue-Studienprogramm, loten wir bereits heute aus, welche Wege eine digitale Diabetes-Prävention gehen kann. Dabei zeigt sich eindrücklich, welches Potenzial gerade digitale Coaching-Programme haben. Als Bestandteil einer nationalen Diabetesstrategie oder auch einer Neuauflage des eHealth-Gesetzes könnten sie Bestandteil einer Antwort sein, wie dem „Diabetes-Tsunami“ zu begegnen ist. Um allerdings ein digitales Coaching umzusetzen, bedarf es wiederum geeigneter Fachkräfte, die solche Angebote anbieten und dafür auch entsprechend vergütet werden. Hierbei gilt es dann die Frage zu beantworten, wer letztendlich etwa solch ein Coaching durchführen kann, z.B. Hausärzte, Diabetesberater oder auch Apotheker. Zudem sollte in diesem Zusammenhang auch thematisiert werden, was bei solch einem Coaching potenziell umsetzbar wäre und welche Anreize dafür gesetzt werden müssten.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion beim Parlamentarischen Frühstück von Roche Diabetes Care am 28. Juni

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion beim Parlamentarischen Frühstück von Roche Diabetes Care am 28. Juni von links nach rechts: Prof. Dr. Volker Möws (Techniker Krankenkasse Berlin), Lars Kalfhaus (Roche Diabetes Care Deutschland GmbH), Dietrich Monstadt (MdB), Dr. Jörg Simon (Diabetologe, Fulda).
Foto: Christian Kruppa


Durch die Digitalisierung neue Versorgungsstrukturen und -abläufe ermöglichen

Durch das Zusammenspiel aller Akteure im Gesundheitswesen werden so durch die Digitalisierung neue Versorgungsstrukturen und -abläufe möglich und neue Wege in der Patientenversorgung geschaffen, insbesondere im Bereich der Diabetes-Prävention und -Versorgung. Die Digitalisierung kann – und muss – zum Treiber werden, um Ergebnisqualität und Prävention in den Mittelpunkt zu rücken und digitale Behandlungsstandards zu beschreiben, so das Ergebnis der gemeinsamen Diskussion. Denn nur so können messbare Fortschritte erzielt werden, die allen weiterhelfen.

Noch bleiben zudem zu viele Potenziale der Digitalisierung ungenutzt. Denn noch immer stellen nicht vorhandene technische Voraussetzungen wie der nur schleppend voranschreitende Breitbandausbau, insbesondere in ländlichen Regionen, oder die Interoperabilität von Systemen Hürden dar, die es abzubauen gilt. Darüber hinaus müssen die medizinische Forschung und die Datenerhebung und -nutzung stärker miteinander verzahnt werden, um zum Wohle des Patienten die Versorgungsqualität zu erhöhen.


Das Gesundheitssystem gemeinsam weiterentwickeln

Im Laufe der Veranstaltung wurde zudem deutlich, dass auch Hebel wie der Morbi-RSA genutzt werden sollten, um das Gesundheitssystem zu einem qualitätszentrierten System weiterzuentwickeln. Eine Neuausrichtung hin zu einem auf die Gesundheit des Patienten – und nicht dessen Erkrankung – fokussierten System würde aktuell bestehende falsche Anreize aufheben. Schließlich wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Präventionsprogramme wie das vorgestellte momentan nur über Selektivverträge realisiert werden. Um aber bei chronischen Volkskrankheiten wie Diabetes nachhaltig schon in der Prävention Verbesserungen zu erreichen, müssen diese nachweislich wirkungsvollen Programme schnell in die Regelversorgung überführt werden. Hier seien sowohl die Politik mit Blick auf die Rahmensetzung als auch die Selbstverwaltung mit Blick auf die tatsächliche Umsetzung gefordert, so der Tenor der Diskutanten.

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