Diabetes Dialog – Ausgabe 02/2015


Mit dem E-Health-Gesetz in ein zukunftsorientiertes Gesundheitswesen starten

> Rechtlichen Rahmen weiter ausbauen und gestalten
> Gemeinsam mit allen Akteuren Lösungen erarbeiten

 

In den letzten Monaten hat das E-Health-Gesetz für intensive Debatten gesorgt, sei es im politischen Berlin, sei es auf Länderebene. Dies haben jüngst die erste Lesung des E-Health-Gesetzes im Bundestag als auch die Gesundheitsministerkonferenz nochmals deutlich gemacht. Als Unternehmen begrüßt Roche Diabetes Care das E-Health-Gesetz ausdrücklich als richtigen Schritt in eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik.

Mit der anvisierten Förderung telemedizinischer Leistungen, der Etablierung der Telematikinfrastruktur oder auch dem Bemühen, Interoperabilität sicherzustellen, werden wichtige Impulse gesetzt. Uns ist dabei bewusst, dass nicht alles, was wünschenswert gewesen wäre, auch direkten Eingang finden konnte. Themen wie das sogenannte „Fernbehandlungsverbot“ oder die Abrechenbarkeit spezifischer telemedizinischer Leistungen sollten zeitnah angegangen werden. Umso wichtiger ist es deshalb, dass das Gesetz als Startschuss verstanden wird. Denn nur über eine kontinuierliche Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen mit weiteren Zwischenetappen kann die digitale Zukunft des deutschen Gesundheitswesens gesichert werden.


Rechtlichen Rahmen weiter ausbauen und gestalten

Sowohl die Erfahrungen aus unseren Pilotprojekten (vgl. z.B. Diabetes Dialog – Ausgabe 1/2015) als auch die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Telemedizin zeigen, wie dieser gesetzliche Rahmen weiterentwickelt werden müsste. So sollte beispielsweise die Regulierung medizinischer Apps weiter vorangetrieben werden. Patienten, Nutzer und Ärzte müssen sich darauf verlassen können, dass Apps im medizinischen Umfeld klar reguliert und verlässlich geprüft werden und somit die notwendigen hohen Standards der Datensicherheit einhalten.

diabetes-dialog_02-2015

Dabei müssen allerdings die praktischen Herausforderungen für die Anbieter stets mitbedacht werden. Entsprechend muss sichergestellt werden, dass ein technisches Update an einer medizinischen App nicht ein erneutes Durchlaufen des Zulassungsprozesses bedeuten darf. Auch die Zeithorizonte der technisch schnelllebigen Entwicklungen müssen im Bewertungsprozess mitberücksichtigt werden. Die Initiative, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereits im März dieses Jahres durch sein Symposium zu Medizin-Apps ergriffen hat, ist deshalb aus unserer Sicht sehr zu begrüßen.


Gemeinsam mit allen Akteuren Lösungen erarbeiten

 Alle Akteure stehen vor drängenden Fragen und Herausforderungen, um die Digitalisierung des Gesundheitswesens – in den Bereichen, in denen es sinnvoll und notwendig ist – zum Erfolg zu bringen. Gemeinsam gilt es Fragen zu erörtern, wie etwa die Wirksamkeit von telemedizinischen Leistungen belegt und ein hohes Qualitätsniveau gesichert werden kann. Hier greifen Vergleiche mit klassischen Verfahren aus dem Arzneimittelbereich zu kurz und müssen adaptiert werden.

Zugleich brauchen auch die Kostenträger im Gesundheitswesen einen klaren Ordnungsrahmen, welchen Beitrag sie leisten sollen und können, um die Entwicklungen zu begleiten. Nur so können gute Ansätze in den Versorgungsalltag übertragen werden.