Diabetes Dialog – Ausgabe 03/2015


Als Gesellschaft gemeinsam der Herausforderung Diabetes begegnen

> Mit allen relevanten Akteuren über alle Lebensbereiche hinweg
> Mit der Einführung des Präventionsgesetzes sind wir noch nicht am Ziel

 

Von der Volkskrankheit Diabetes sind mittlerweile knapp acht Millionen Bundesbürger betroffen, gut zehn Prozent der deutschen Bevölkerung. Diabetes mellitus durchdringt alle Lebensbereiche und konfrontiert auch die Familien, Freunde oder Arbeitskollegen der Betroffenen. Wollen wir also der Krankheit erfolgreich begegnen und durch eine qualitativ hochwertige Diabetesprävention und -behandlung einer weiteren Ausbreitung entgegen treten, müssen wir dies gesamtgesellschaftlich und gemeinsam tun.


Mit allen relevanten Akteuren über alle Lebensbereiche hinweg

Ein solch übergreifender Ansatz umfasst einerseits alle Akteure, vom Patienten und den Behandlern über die Krankenkassen und den Gesetzgeber hin zu den diversen Anbietern von Gesundheitsleistungen und Unterstützungsangeboten. Andererseits umspannt der Ansatz die verschiedenen Lebensbereiche, in der Stadt und auf dem Land, vom Kindergarten und der Schule über die Arbeitswelt bis zu den Lebensumgebungen älterer Menschen, in der jeweils spezifisch auf die Herausforderung durch den Diabetes eingegangen werden muss.

Die Diabetesprävention und -behandlung ist somit auch nicht länger nur ein Thema für die klassische Gesundheitspolitik, sondern sollte zahlreiche Fachbereiche umfassen, von der Ernährungs- über die Familien- und Sozial- bis hin zur Arbeitspolitik. Eine Schlüsselfrage ist, welche Akteure eine koordinierende Funktion übernehmen können. Reichen die aktuellen Strukturen aus, um zielführend handeln zu können? Und wie müssten diese eventuell angepasst werden?

Es wird erforderlich sein, sich einem langfristigen Denken zu öffnen. Vor diesem Hintergrund kommt den Versicherungsträgern eine Schlüsselrolle zu. Sie gestalten das Gesundheitssystem entscheidend mit und haben mit Blick auf die Kostenstruktur des Gesundheitswesens ein Interesse an einer nachhaltigen Ausrichtung des Systems.


Mit der Einführung des Präventionsgesetzes sind wir noch nicht am Ziel

Mit dem Präventionsgesetz werden nun erstmals in der Breite konkrete Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung und Früherkennung von Krankheiten gesetzlich festgeschrieben. Roche Diabetes Care begrüßt diese vor dem Ausbruch einer Erkrankung ansetzende Ausrichtung der Gesundheitspolitik. Dies ist ein wichtiges Signal an unsere Gesellschaft und alle Akteure. Eine besondere Rolle wird der Implementation zukommen, denn Prävention ist eine komplexe Aufgabe. Vorhandene Mittel müssen zielgerichtet eingesetzt und Angebote aufgebaut werden, die gleichermaßen Qualität und Effizienz berücksichtigen. Hier darf es nicht nur bei Willensbekundungen bleiben. Die Verabschiedung einer Nationalen Diabetes Strategie wäre im Kampf gegen die Erkrankung ein nächster Schritt.

Hier gilt es, bereits gemachte Erfahrungen mitaufzunehmen. Denn schon heutzutage werden erfolgreich Pilotprojekte in der Diabetesprävention und -behandlung auf regionaler Ebene durchgeführt. Beweisen sie ihre Wirksamkeit, sollten sie Eingang in den Versorgungsalltag finden. Denn nur so wird eine Offenheit für Innovationen hinsichtlich neuer Versorgungs- und Behandlungskonzepte gefördert. Dabei darf der Qualitätsgedanke nie außer Acht gelassen werden. Doch wie können wir gewährleisten, dass wir unseren hohen Ansprüchen an Prävention und Versorgung auch dauerhaft gerecht werden können? Und wie stellen wir letztlich sicher, dass wir tatsächlich gesamtgesellschaftlich und gemeinsam dem Diabetes begegnen?

Diese und weitere Fragestellungen würden wir gerne gemeinsam mit Ihnen im Rahmen unseres Parlamentarischen Frühstücks am 1. Oktober in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin diskutieren und erörtern.