Gfk-Umfrage


Gfk-Umfrage zur Einhaltung von Blutzucker-Messschema bei Diabetikern

Eine repräsentative GfK-Umfrage aus dem Jahr 2014 unter 200 befragten Personen mit Diabetes zeigt, dass 48 Prozent der Menschen mit Diabetes nicht nach empfohlenem Messschema ihren Blutzucker kontrollieren: Während 15 Prozent der Befragten nur einmal morgens nüchtern messen, verlassen sich rund ein Drittel der Menschen mit Diabetes ausschließlich auf die quartalsweise Messung ihres Blutzuckers beim Arzt. Was diese vierteljährliche Betrachtung jedoch nicht zeigen kann, sind Blutzuckerschwankungen mit besonders hohen oder niedrigen Werten. Vor allem zu hohe Werte können jedoch Folgeerkrankungen bei Diabetes begünstigen. Für einen besseren Überblick sollten Menschen mit Diabetes ihren Blutzucker strukturiert messen. Experten empfehlen hierfür Tagesprofile – auch für Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie.1

Für Menschen mit Diabetes ist es besonders wichtig, die Wechselwirkungen zwischen Bewegung, Ernährung und Blutzuckerwerten verstehen lernen. Dabei kann die strukturierte Blutzuckerselbstkontrolle mit Tagesprofilen helfen. Dazu wird über den Tag verteilt der Blutzucker zu besonders aussagekräftigen Zeitpunkten gemessen: vor jeder Mahlzeit und 1,5 bis 2 Stunden danach sowie vor dem Schlafen gehen. Dennoch messen bisher weniger als die Hälfte (40 Prozent) der Menschen mit Diabetes ihren Blutzucker nach einem solchen festen Schema. Die GfK-Umfrage zeigt zudem, dass 43 Prozent der Befragten den Blutzucker messen, „weil mein Arzt die Werte sehen will“. Für eine gute Diabeteseinstellung ist es aber wichtig, dass Menschen mit Diabetes selbst Ableitungen aus ihren Werten treffen können. Denn nur wer seinen Stoffwechsel kennt, kann ihn auch positiv beeinflussen: Welche Auswirkungen zum Beispiel Sport und Bewegung auf den Blutzucker haben, lässt sich mit Hilfe gezielter Messungen erkennen. Jeweils eine Messung vor und nach dem Spaziergang zeigt bereits, wie stark Bewegung den Blutzucker senken kann – so steigt die Motivation für einen gesünderen Lebensstil. Faktoren wie Stress, Erkrankungen oder außergewöhnliche Situationen, wie im Urlaub, können den Blutzuckerwert ebenfalls beeinflussen. Dennoch gab nur jeder zehnte Befragte an, sich beim Messen an solchen Ereignissen zu orientieren.

Wer seine Blutzuckerwerte mit Hilfe von Blutzuckermessungen im Blick behalten möchte, für den ist die Wahl des passenden Blutzuckermessgerätes besonders wichtig: Für 72 Prozent der Befragten sind exakte Messwerte das bedeutendste Auswahlkriterium für ihr Messgerät. Da auf Basis der gemessenen Blutzuckerwerte häufig die benötigte Insulindosis bestimmt wird, müssen sich Patienten jederzeit auf ihre gemessenen Werte verlassen können. Für Anwender ist es jedoch oftmals schwer zu beurteilen, welches Gerät auch tatsächlich gut und für Ihre Bedürfnisse passend ist. 69 Prozent der Patienten vertrauen hierbei auf die Empfehlung von Ärzten und Diabetesberaterinnen. Vergleichsweise Wenige (21 Prozent) orientieren sich an Untersuchungen unabhängiger Institute (z. B. Stiftung Warentest) oder der DIN ISO-Norm 15197. Neben der Sicherheit spielt auch die Handhabung des Messgerätes eine große Rolle: 70 Prozent der Patienten wünschen sich ein einfach zu bedienendes Messgerät für den Einsatz im Alltag und knapp 50 Prozent geben an, ein Messgerät mit integrierten Teststreifen und Stechhilfe zu bevorzugen.

1 Siegel E et al. Praxisleitfaden für Hausärzte, vorgestellt auf dem Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 2012 in Stuttgart